Braunschweig - Münster (Zug und 5 km)
Braunschweig hat uns gut gefallen, gerne wären wir noch ein wenig geblieben. Aber heute geht es nach Münster, darauf freue ich mich schon die ganze Zeit, also wird es auf jeden Fall schön. Da wussten wir auch noch nicht, was der Tag für uns bereit hält. Dass die Bahn auch Mädchentage macht, um mehr Mädchen in die Ausbildung zu bekommen ist bekannt, aber heute war der Tag des bekopten Fahrgastes. Die sind dann auch zahlreich erschienen und haben wieder einmal gezeigt, dass es das Zugpersonal wirklich nicht leicht hat. Die Bahnfahrt war somit unterhaltsam mit Phasen des Fremdschämens gespickt.
Unsere freudige Erwartung auf Münster wurde am Bahnhof erheblich gebremst. Das Bahnhöfe nicht immer schön sind, ist jedem bekannt, aber das hätten wir wirklich nicht erwartet. Gut man kann ja schon mal zum Hotel gehen, haben wir beschlossen, weil wir sehr früh dran waren und haben schon mal online eingecheckt.
Das Hotel lag hinter dem Bahnhofs. Die Straße in der das Hotel liegt, ist ein stark besetzter Treffpunkt, wahrscheinlich auch Langzeitaufenthalt, von Drogenabhängigen. Der Eingang etwas unauffällig, nur ein Schild "Flower Hotel" weist auf ein Hotel hin. Die einzigen Flower in dieser Straße sind wahrscheinlich Opiumpflanzen in jeglicher Verarbeitung.
Wir waren uns einig, das ist nicht der Ort, an dem wir einen Ruhetag verbringen wollen. Da wir schon online eingescheckt haben, wollte Thomas sich erst die Zimmer ansehen, die hätten ja ganz ok sein können. Aber eben hätten, bei der Besichtigung war klar, das geht garnicht. Die Teppiche mehr als versüft, im Tierheim hätten sie diese wegen Infektionsgefahr rausgerissen. Die Küchenzeile war eine abgerissenen Spüle mit uralt Elektokochfeld. Wenn das Teil mit einem Schild "zu verschenken" in Berlin auf der Straße gestanden hätte, wären sich alle einig, da hat jemand seinen Müll entsorgt.
Aber unsere Fahrräder wären besser untergebracht gewesen als wir . Ein bewachtes Parkhaus, sauber, gut organisiert mit Waschanlage und Werkstatt. Wir lieben unsere Räder, aber wir wollten nicht, dass es ihnen besser geht als uns, also haben wir uns eine neue Unterkunft gesucht. Eine sehr gute Entscheidung, die jetzt positive Erlebnistage in Münster einleiten.
Nachdem wir und unsere Räder gut untergebracht waren, wollten wir noch Brot kaufen. Es ist mit mir immer etwas schwierig, da ich gerne Roggenbrot esse. Nach vergeblicher Suche in mehreren Geschäften habe ich eine junge Verkäuferin (wahrscheinlich Azubi) in Rewe am Bahnhof gefragt, was die Menschen hier essen, wenn sie von Arbeit kommen, dann gibt es ja nur noch Weißbrot und so ein Zeug. Die junge Frau lachte, beugte sich zu uns und sagte: "Hier kommen keine Menschen einkaufen, nur solche die Alkohol und Büchsen brauchen." Super, der Chef hätte sie vielleicht dafür abgemahnt, für uns ist sie Azubi des Jahres. Es war klar, wir müssen das Geschäft in Münster suchen, indem Menschen einkaufen.
Selbst die Polizei hat hier Schutzzäune aufgebaut, statt Blaulicht leuchtet es hier orange.
Der Abendspaziergang hat Münster von seiner schönen Seite gezeigt. Schöne alte Straßenzüge, die belebt sind und Touristen und Einwohnner gleichmaßen anziehen.
Die Stadt hat jede Menge schöner Kirchen, die im Abendlicht richtig gut aussehen.Der Domplatz bietet unzählige Sitzgelegenheiten, die gerne genutzt werden. Wir gesellen und vielleicht morgen dazu, heute haben wir genug erlebt.







Kommentare
Kommentar veröffentlichen