Freiburg - Titisee/Neustadt (Zug + 10 km)

Da wir mit dem Zug nach Titisee/Neustadt fahren wollten, hatten wir morgens noch genügend Zeit, um eine Runde Tischtennis einzulegen. Dann sind wir in aller Ruhe zum Bahnhof gefahren. Der Zug war unerwartet voll, die Räder mussten ständig hin- und hergeschoben werden, damit alle an der gewünschten Station aussteigen konnten. Aber wir haben es irgendwie geschafft und sind gut an- und rausgekommen.  

Vom Zug aus konnten wir die ersten Eindrücke vom Schwarzwald bekommen. Wir wussten jetzt, dass es hier nicht nur schön wird, sondern auch, dass es eine kluge Entscheidung war, die Höhen mit der Bahn anstatt mit dem Rad zu überwinden. 

Da wir schon rechtzeitig am Hotel waren, haben wir die Zeit genutzt, uns ein kleines Mittagsessen einzuverleiben.

Dann wollten wir zum Titisee fahren, der nur 7 Kilometer entfernt war. Der Weg war anstrengender als gedacht, es ging hoch und runter und inzwischen hatte ein unschöner Gegenwind eingesetzt. Nach 4 Kilometern bekam ich Nasenbluten, das nicht aufhören wollte und so hatten wir die letzten 3 Kilometer nur zu tun, die Taschentücher zu wechseln. Eins war klar, so ging es nicht mehr lange weiter, wir mussten mit dem Zug zurückfahren. Unterwegs wurde ich von Leuten noch mit Taschentüchern versorgt. Zumindest war die Rückfahrt mit dem Zug völlig entspannt, da alle Leute genau in die entgegengesetzte Richtung zum Titisee fahren wollten, hatten wir ein leeres Zugabteil für uns. Im Hotel haben wir eine schönen Entspannungsschlaf eingelegt und danach war die Welt wieder in Ordnung.

Also sind wir durch Titisee/Neustadt gelaufen. Man könnte auch sagen, wir haben es teilweise erklettert. Nach einem 10%- Anstieg haben wir den Kurpark erreicht. Ich hatte auch das Gefühl, dass ich nach diesen Höhen eine Kur gebrauchen könnte. Berge, Anstiege und so was sind wirklich nicht mein Ding. 

Wenn die Füße schon etwas fertig sind, kann man hier Wassertreten einlegen. Das war wirklich recht angenehm. 

Der Spaziergang war sehr schön, hat uns aber auch gezeigt, dass der erste Weg morgen verdammt steil werden kann. Wir haben beschlossen, morgen die ersten Kilometer mit dem Zug zurückzulegen. Und am Abend zum Titisee zu fahren, dieses Mal aber mit dem Zug. Es wäre schon schade gewesen, hier ganz in der Nähe zu sein und den See nicht zu sehen. Es war sogar letztendlich gut, dass wir am Nachmittag zurück mussten. Am Abend waren nicht mehr so viele Leute am See und es hat Spaß gemacht, im Abendlicht am Ufer rumzulaufen. 
Am See konnte wir die unterschiedlichsten Eindrücke sammeln, zum einen sehr naturbelassen und zum anderen haben sich die Tourismusbilder schon am See breit gemacht. Boote zum Ausleihen, Stellen die nur noch für Hotelgäste zugänglich waren und natürlich auch die unterschiedlichste Gastronomie.   

Für uns war es ein wunderschöner Abendspaziergang. Wir sind dann noch durch die Stadt zum Bahnhof gelaufen und haben auch dort alle Eindrücke aufgesogen. 

Es ist schon schwer, die Balance zwischen Natur und Tourismaus zu halten. Hier hat der Tourismus sicherlich schon überhand genommen, aber es lohnt sich auf jeden Fall, einen Abstecker zum Titisee zu machen. 

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