Rastatt - Straßburg (Zug + 22 km)

Der Wetterbericht hatte 38 Grad, Gewitter und Gegenwind und Böen bis 32 km/h angesagt. Wenn man bei 38 Grad noch Gegenwind hat, ist es gerade so als ob jemand mit einem Fön einem ins Gesicht bläßt. Mir war klar, dass ich dann keine 58 km schaffe. Also haben wir am Abend vorher beschlossen, die Strecke extem auf 20 Kilometer abzukürzen, indem wir den ersten Teil mit dem Zug fahren.

Durch die Ferienzeit war der Zug sehr voll. Wir haben gerade so unsere Fahrräder reinbekommen und mussten bei jeder Station die Räder hin- und herschieben, damit die Leute aussteigen konnten. Eigentlich wäre es gar nicht so ein Problem gewesen, aber wie so oft stellen sich auf einmal alle in den Türbereich, obwohl ein wenig weiter genügend Platz ist. Es hat auch keiner so richtig gerafft, nur ein  Paar mit Kinderwagen, die eigentlich schon genug zu tun hatten, waren bei den Halten und die Räder von der entsprechenden Tür wegzubekommen immer behilflich. Bei den anderen bot sich das gewohnte Bild, man sieht einfach auf sein Handy, dann sehen sie auch nicht, wie andere sich bemühen, um sie herumzukommen.
 
Egal, wir haben es geschafft, 30 Kilometer waren weg und wir hatten nur noch 20 vor uns. Das schafft man auch bei hoher Hitze und Gegenwind. Erstaunlicher Weise hatten wir gar keinen starken Gegenwind und solange man fährt geht auch die Hitze, da man ja Fahrtwind hat. Nur für die Pausen brauchte man unbedingt Schattenplätze, da man sonst richtig aufgeheizt war. Selbst der Hirsch hat sich im Schatten abgelegt, nur die Rehe waren noch beflisssen unterwegs.

Da wir Zeit hatten, sind wir in jeden Ort reingefahren. Kork, war wieder so ein Ort, von dem wir vorher nichts gehört haben, der sich als ein kleines Schmuckstück erwies. Der ganze Ort wirkte wie ein Freilichtmuseum, einfach nur wunderschön. Irgenwie wirkten aber auch die Bewohner, wie Ausstellungsobjekte, man wurde misstrauisch beäugt und es wurde auch kein Gruß erwidert, halt wie bewegte Wachsfiguren. Aber das haben wir auf unseren Reisen schon oft erlebt, dass die Bewohner von Ort zu Ort sehr unterschiedlich sind. Während die einen offen und sehr hilfsbereit sind, laufen die anderen zugeknöpft und völlig weltverschlossen durch die Gegend.  

Aber da die Bewohner ja nicht mit Fremden sprechen, gibt es zumindest auch kleine Tafeln, die etwas erklären , z.B. was der Stier für eine Bedeutung hat. 

In Kehl sind wir wieder auf sprechende Menschen getroffen. Ein Bewohner hat uns sehr ausführlich erklärt, was man hier sehen sollte, wo der beste Eisladen ist (keine unwesentliche Info) und noch vieles mehr.

Wir haben noch eine kleine Essenpause eingelegt und sind dann über die Brücke der zwei Ufer in Frankreich reingefahren. Die Brücke ist schon besonders. 

Auf der Brücke stehen Bänke, so dass man dort verweilen und dem Treiben ringsherun zusehen kann. 

 

Gleich auf der anderen Seite ist ein schöner Park, dort habe ich schon mal etwas vom Baum eingesammelt, es sah aus wie kleine Eicheln nur wirklich winzig. Das kommt erst einmal in die Sammeltüte und wird dann in aller Ruhe untersucht. 
Die letzten 4 Kilometer waren für mich einfach nur eine Qual, die Hitze hatte ihren Höhepunkt erreicht und jedes Warten an Ampeln in praller Sonne war fast unerträglich. Thomas musste mir ständig sagen, wie weit es noch zum Hotel ist, auch nicht gerade toll. Dann kam endlich die Erlösung für uns beide. , Ein Hotelzimmer mit Klimaanlage, kurz geduscht und dann geschlafen als hätte ich sonst was hinter mir und Thomas musste keine Kilometeransagen mehr machen. Egal am Abend waren wir halbwegs wieder fit. Zuerst ging es zum Waschsalon und dann war Zeit die Altstadt zu besichtigen. 

 

Obwohl wir wirklich schöne Teile gesehen haben, war es trotzdem noch anstrengend. Man hatte das Gefühl die Stadt ist immer noch aufgeheizt und es gibt einfach keine Abkühlung. 
Als wir wirlich am weitesten vom Hotel entfernt waren, setzte die Abkühlung dann mit einem gewaltigen Regen ein. Als Vorwarnung etwas Wetterleuchten, dann gewaltiger Regen mit Gewitter. Alle suchten so weit es ging einen Unterstand. Wir warteten auch eine Weile den Regen ab, als er dann langsam abnahm, gingen wir zum Hotel. Wir sind heute wirklich nicht viel gefahren und nicht viel gelaufen, aber Hotel waren wir schon wieder fix und fertig. Es hat nicht lange gedauert,dann haben wir wieder wie die Bären geschlafen. Den Ruhetag können wir morgen wirklich gut gebrauchen und langsam gehen die Temperaturen ja auch erst einmal zurück, so dass es nicht mehr so anstrengend ist.


 



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